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The Saga

Die Saga

Einleitung

Die Parfüme von „Le Galion“ sind leidenschaftliche Düfte, zugleich feurig und doch subtil, die eine Spur der Bewunderung nach sich ziehen.
L’Officiel de la Mode, 1956

1930

Le Galion - Illustration
® Illustration of Louis Ferrant

Die ersten Düfte des Hauses heißen: „Chypre“ , „Indian Summer“, „Champs de Mai“, „Il n’est qu’à moi“, „Fougère“, „Galion d’Or“, „111“ und „222“.

Im Jahre 1930 gründet Prinz Murat, ein Nachfahre von Joachim Murat, dem Schwager von Napoleon I. und König von Neapel, das Parfümhaus „Le Galion“.

® Archives Le Galion unknown author
Le Galion - Publicité plan de Paris

1935

Le Galion - silhouette

Im Jahre 1935 verkauft Prinz Murat sein Unternehmen an den Parfümeur Paul Vacher, der schon zu der Zeit in der Parfümindustrie angesehen war.

Le Galion - Publicité ruban
® Archives Le Galion unknown author
® Photo Laure Albin Guillot
Le Galion - Flacon Sortilège

Paul Vacher wurde 1902 in Paris geboren. Schon während seines Studiums der Chemie merkt er, dass er eine Sinnesgabe für Düfte hat. Er beginnt mit 25 Jahren für Marcel Guerlain zu arbeiten, der ihn auch zur gleichen Zeit ausbildet. Danach fängt er bei „Lanvin“ an, um bei der Einführung der Parfüme für das Modehaus mitzuarbeiten. Für „Lanvin“ kreierte er 1927 gemeinsam mit André Fraysse den sehr bekannten Duft „Arpège“. Nach diesem Erfolg entscheidet er sich dann seinen Traum zu verwirklichen und sein eigenes Parfümhaus zu gründen.

1936

® Archives Le Galion unknown author
Coiffure à la belle poule

Im Jahre 1936 entwirft Paul Vacher den Duft „Sortilège“, der einen sofortigen Erfolg hat. Dieses Parfüm, das mehr als 80 natürliche Essenzen enthält, wird auch später das Schmuckstück des Hauses bleiben. Der Duft wurde nach dem Krieg im bekannten „Stork Club“ in New York auf dem Amerikanischen Markt lanciert. Danach folgen in 1937 „Bourrasque“ und einige schöne Blütendüfte, wie „Iris“ und „Tubéreuse“, die aus feinsten natürlichen Rohstoffen hergestellt werden.

Le Galion - Publicité ruban
® Archives Le Galion unknown author
® Photo Laure Albin Guillot
Le Galion - Flacon Sortilège

1938, als es in Europa grollt, ermutigt der Duft „Brumes“ von „Le Galion“ die französischen Frauen ihre Schönheitspflichten nicht zu vernachlässigen und trotz der Feindseligkeiten der Zeit einige kostbare Tropfen Parfüm auf ihre Haut zu tupfen, um somit die Hoffnung zu bewahren.

1946

Im Jahre 1946, als Serge Heftler-Louiche und Christian Dior einen Duft für das Modehaus entwickeln wollen, wenden sie sich wie selbstverständlich an Paul Vacher, dem sie natürlich bereits in der ihnen vertrauten Welt der Düfte begegnet sind.

Paul Vacher ist jetzt ein hoch angesehener Parfümeur und manche erachten ihn als einen der großen Meister der Parfümwelt, genauso wie es auch schon Ernest Beaux, Ernest Daltroff, Jacques Guerlain oder Edmond Roudnitska waren.

Paul Vacher entwirft diesen wundervollen Duft aus einer Chypre-Komposition, der ganz einfach Miss Dior benannt wird.

Laboratoire Le Galion
Laboratoire Le Galion, flacons

Die 50er

1950 kauft Paul Vacher eine Villa in Neuilly, um dort die Fabrik und die Büros von „Le Galion“ unterzubringen. In den nachfolgenden 30 Jahren beliefert das Parfümhaus „Le Galion“ die „Parfums Christian Dior“ mit dem Konzentrat für „Miss Dior“, sowie mit Rohstoffen, vor allem Jasmin, Rose und Neroli. Vacher gibt aber ebenso den Blumenlieferanten Ratschläge, vor allem bei der Zusammenstellung der verschiedenen Blumensorten, was wiederum wichtig ist für die Blumenanbauer, die jedes Jahr Geruchsstabilität und Qualität des Endprodukts garantieren müssen.

Hotel particulier
Affiche Snob Affiche Bourrasque Affiche Spécial for gentlemen
® Illustrations de Claude Maurel

Neben seiner Tätigkeiten für die Parfüme von Christian Dior, entwirft Paul Vacher Düfte für sein eigenes Parfümhaus, wie zum Beispiel „Special for Gentlemen“ (1947), „Frac“ (1949), „Lily of the Valley“, „La Rose“ (1950), das berühmte und treffend benannte „Snob“ (1952) und schließlich „Whip“ (1953).
Es ist das goldene Zeitalter der Französischen Parfümindustrie.

Die 60er

® Archives le Galion : Photographie Agence Colbert Dickenson Pearce 1964
Bouquet

Zu Beginn der 60er Jahre wenden sich „Christian Dior Parfums“ von neuem an Paul Vacher. Dieses Mal wünscht sich Dior einen Duft, der Präsenz und Stärke hat und der doch äußerst raffiniert sein soll. Dieses Mal kreiert Paul Vacher „Diorling“ im Jahre 1963.

Le Galion flacons Sortilège

Die Düfte von Le Galion waren jetzt weltweit berühmt, und im Jahre 1964 wurde „Sortilège“ in 97 Ländern verkauft. Zur gleichen Zeit entwirft Paul Vacher zwei Düfte für Jean Dessès: „Celui“ und „Kalispera“ (1962). Er kreiert aber weiterhin ebenso Düfte für das Parfümhaus „Le Galion“: das Eau de Cologne „Extra Vieille“ (1967), „Galion d’Or“, „Vétyver“ (beide im Jahre 1968), oder auch „Eau Noble“ (1972).

1975

Doch im Jahre 1975 verstirbt Paul Vacher sehr plötzlich. Seine Tochter Dominique De Urresti übernimmt im gleichen Jahr nach vorheriger 10 jähriger Zusammenarbeit mit ihrem Vater das Unternehmen. Somit wird auch sie zur „Nase“ des Hauses und kreiert 1978 zu Ehren ihres Vaters den Duft „Mégara“.

® Agence Feldman, Cailleux & Associés 1974
Paul Vacher

1980

® Agence Bazaine / DFS 1985
Affiche Sortilège

Aber im Jahre 1980 wurde Le Galion dann an einen Amerikanischen Konzern verkauft. Durch schlechte Führung ging das Unternehmen schnell unter und zusammen mit ihm auch ein Aushängeschild Frankreichs und der Parfümwelt, das der Eleganz und der Einfachheit, der guten Umgangsformen und des Sinns für Qualität.

2014

Neuf flacons de parfum Le Galion

Mehr als 30 Jahre später ersteht, wie Phoenix aus der Asche, das Parfümhaus „Le Galion“ wieder auf. Die außergewöhnlichen Düfte, die damals so erfolgreich waren, werden neu herausgebracht. Seltene und hochwertige Kreationen, die unter dem Zeichen der Eleganz und Vornehmheit stehen.